Kinder und Väter in Not e.V.

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Vater- Mutter- Kind- Haus

 

- Wir bauen Brücken -

 

Horst Schmeil, Berlin.

Unser Angebot

Wenn Frauen es zu Hause nicht mehr aushalten, sie sich bedroht fühlen oder sie Gewalt vom Partner oder bei gleichgeschlechtlicher Partnerschaft von ihrer Partnerin erfahren, so können sie (örtlich in unterschiedlichen Maße und Qualität) die Möglichkeit nutzen, für eine gewisse Zeit in einem  Frauenhaus unterzukommen. Dort werden sie sozialpädagogisch betreut, auf Behördengängen begleitet, etc.  In Berlin gab es nach den uns vorliegenden Angaben im Jahr 2000 43 Zufluchtswohnungen mit 116 Plätzen für Frauen und 159 Plätzen für Kinder. Außerdem 6 Frauenhäuser mit 310 Plätzen. Im Jahr 2002 förderte der Berliner Senat Frauenhäuser, 43 Zufluchtswohnungen, BIG und das Krisen- und Beratungszentrum für vergewaltigte Frauen Lara mit ca. 6 Millionen Euro  

Wenn Männer es zu Hause nicht mehr aushalten, sie sich bedroht fühlen, sie andauernde oder sich wiederholende physische oder psychische Gewalt von der Partnerin in heterosexuellen oder dem Partner in homosexuellen Beziehungen erfahren, müssen sie auf sich selbst gestellt nach einem Neuanfang suchen. Vielen Männern gelingt es, die dafür notwendigen Schritte mehr oder weniger allein auf sich gestellt zu tun. Andere Männer dagegen sind mit der Situation völlig überfordert.  Dies sind  häufig Männer, die sich in einer starken emotionalen Abhängigkeit von der Partnerin befinden und denen eine Trennung und das Alleinsein große Angst macht.   

Adäquate Beratungs- und Unterstützungsangebote, die sich gezielt an Männer wenden, gibt es kaum. Familienberatungsstellen sind überlaufen oder fühlen sich für die Zielgruppe Männer  nicht zuständig, eine sozialpädagogische Betreuung wird von ihnen ohnehin nicht angeboten. Der Berliner Krisendienst bietet Gesprächsmöglichkeiten an, aber keine Wohnmöglichkeit mit sozialpädagogischer und psychologischer Unterstützung. 

Wenn der Mann gemeinsam mit seiner Frau Schuldner des Mietvertrages der gemeinsamen Wohnung ist, muss er weiterhin die Kosten der Wohnung mittragen, in der er auf Grund der unerträglichen Situation nicht mehr wohnen kann.  Wenn er beim Sozialamt vorspricht, um die Übernahme der Kosten einer Sozialwohnung zu erreichen, wird ihn das Sozialamt abweisen, da er ja eine Wohnung habe.  Hat der Mann ausreichendes Einkommen, was meist nicht der Fall ist, kann er sich natürlich eine Wohnung auf dem freien Markt nehmen. Eine sozialpädagogische Betreuung in dieser schweren Lebenslage hat er damit allerdings nicht, da eine solche in der Regel für Männer in seinem Ort nicht angeboten wird. Hat der Mann wenig Einkommen, bleibt ihm nur übrig bei Bekannten, Freunden oder Verwandten unterzukommen, die ihn verständlicherweise in der Regel nur vorübergehend aufnehmen können. Ist der Mann sozial isoliert, was oft der Fall ist, hat er auch diese Möglichkeit nicht.  Will er nicht in der unerträglich gewordenen Beziehung verbleiben, dann bleibt ihm nur das Obdachlosenheim, das den Ansprüchen, die an ein Männerhaus zu stellen sind, in der Regel nicht gerecht wird  oder die Aufnahme in der Psychiatrie, in der er völlig deplaziert wäre. Bleibt der Mann aufgrund fehlender Alternativen in der Beziehung, setzt sich die Gewalt fort oder der sich bisher in der Opferrolle befindende Mann wird selber gegenüber seiner Partnerin gewalttätig. Besonders bei aggressionsgehemmten Männern, die sehr lange physische und psychische Tätlichkeiten ihrer Partnerin widerspruchslos erduldet haben, besteht die reale Gefahr, dass sich ihre angestaute Wut in einem plötzlichen gewalttätigen Akt gegen die Partnerin entlädt. Dies dürfte z.B. in vielen Fällen zutreffen, über die die Medien berichten, wo ein bisher eher unauffälliger und nicht gewalttätig in Erscheinung getretener Mann eine schwere Gewalttat gegen seine Partnerin verübt hat.   

Aus diesen und weiteren Gründen bedarf es geeigneter, sozialpädagogisch betreuter Wohnformen für Männer in Krisensituationen.

Das Männerbüro Berlin will daher ein solches Männerhaus eröffnen. Das Männerhaus soll eine maximale Platzkapazität von 8 Plätzen haben, zwei der Plätze räumlich so angelegt sein, das auch Vätern mit ihren Kinder in einer Krisensituation Unterkunft und Betreuung erfahren können. unterkommen können. Im Vergleich zu den 426 Plätzen in den Berliner Frauenhäusern, stehen die 8 Plätze  im Verhältnis von 53:1. Auch gegenüber den 30 Plätzen des Frauenhauses Neuruppin sind 8 Plätze für das einzige Berliner Männerhaus ein mehr als bescheidener Rahmen. 

Wenn man von der von offizieller Seite mittlerweile eingeräumten Zahl von 5-10 Prozent männlicher Opfer weiblicher Gewalt in häuslichen Beziehungen ausginge, müssten in Berlin wenigstens 21 bis 42 Plätze in einem Männerhaus zur Verfügung stehen.   

Im Männerhaus hat jeder Mann seinen individuellen Raum, also einen eigenen Wohnraum.  Dies ist unabdingbar, da er häufig aus einer Beziehung kommt, wo es keine Möglichkeit des Rückzuges gab. Andere Bereiche, wie z.B. Wohnküche und Gemeinschaftsraum können durch alle Männer genutzt werden.  

Väter haben für ihre Kinder ein eigenes Kinderzimmer zur Verfügung, das unmittelbar neben dem Zimmer des Vaters liegt.  Der Kontakt zwischen den Kindern und ihren getrennt lebenden Müttern soll möglichst erhalten bleiben und gefördert werden. Bei Erforderlichkeit muss dieser in Form eines Begleiteten Umgangs stattfinden, damit auch in der hochkonflikthaften Phase keine Eskalation und keine Entfremdung zwischen dem Kind und der außerhalb lebenden Mutter eintritt. Der Begleitete Umgang wird in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt organisiert. 

Frauen ist im allgemeinen der Zugang zum Männerhaus nicht gestattet. Da die im Männerhaus untergebrachten Männer über eine ungehinderte Bewegungsfreiheit verfügen, können sie selbstverständlich außerhalb des Männerhauses  Kontakte aller Art eingehen, sich also auch, wenn sie es wollen, mit ihren Partnerinnen treffen.  

Über die Aufnahme im Männerhaus entscheidet das Leitungsteam des Hauses. Grundlage für eine Aufnahme ist ein freier Platz und die Klärung, ob der betreffende Mann zur Zielgruppe des Männerhauses gehört und ob er voraussichtlich in der Lage sein wird, für einen bestimmten Zeitraum in dieser Wohnform leben zu können. Dabei gehen wir grundsätzlich davon aus, dass die Schilderung des Mannes über erlebte Gewalttätigkeiten seitens seiner Partnerin seinem subjektiven Erleben entspricht, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass wir davon ausgehen, dass er an dem Konflikt unbeteiligt wäre. Auch das "Opfer" gestaltet die gewalttätige Beziehung mit.

Männer die mit ihren Kinder kommen, müssen nachweisen oder glaubhaft versichern, dass sie für ihre Kinder die gemeinsame oder alleinige elterliche Sorge oder das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht haben. Ist  dies nicht der Fall, können die Kinder nur aufgenommen werden, wenn der Vater unverzüglich einen entsprechenden Antrag beim Familiengericht einreicht. Ist der Vater dazu nicht bereit, besteht die Möglichkeit die Kinder in die Obhut des Jugendamtes (Kinder- und Jugendnotdienst) zu geben oder die Kinder kehren in die Obhut der Mutter zurück. Die beschriebene Verfahrensweise ist notwendig, damit der Aufenthalt im Männerhaus nicht dazu missbraucht werden kann, um der Mutter ungerechtfertiger Weise die Kinder zu entziehen. Als Einrichtung sind wir gehalten dies so zu handhaben, um uns nicht den berechtigten Vorwurf der Beihilfe zur Kindesentziehung auszusetzen. Das Stellen einer Strafanzeige gegen die gewalttätige Partnerin ist keine Vorbedingung für die Aufnahme im Männerhaus. Dies sollte auch nicht unbedingtes Ziel sein, da unser Arbeitsansatz davon ausgeht, das Gewalt in Partnerschaften häufig Ausdruck ungeklärter Beziehungsprobleme sind und durch eine Strafanzeige ein möglicher Klärungsprozess nicht unnötigerweise verbaut werden sollte.

Der Aufenthalt im Männerhaus ist zeitlich befristet und soll genutzt werden, damit der betreffende Mann sich eine neue Perspektive erarbeiten und diese schrittweise umsetzen kann. Dabei unterstützen wir ihn.    

Aufnahme im Männerhaus finden vorrangig von Gewalt betroffene Männer. Sollten noch Plätze frei sein, können auch Männer in anderen Krisensituationen Aufnahme finden. 

 

Seit dem Beginn der Frauenbewegung am Ende der sechziger Jahre wurde "häusliche Gewalt" dahingehend festgelegt, dass es ausschließlich die Situationen waren, in denen Männer ihre Frauen körperlich angriffen oder bedrohten, teilweise auch die Kinder. Diese Definition trieb solche Blüten, dass auf dem 14. Deutschen Familiengerichtstag die amtierende Bundesjustizministerin Zypries in dem Festvortrag mitteilte, dass 99 % der häuslichen Gewalt – sie verbesserte sich auf 99.99 % - von den Männern ausginge und diese allein gegen die Frauen ausgeübt werde. Als Gewalt wurde auf diesem Familiengerichtstag auch angesehen, dass Väter ihre Frauen bedrohten und darunter die Kinder zu leiden hätten.

Sowohl deutsche wie vor allem viele angelsächsische Studien haben jedoch ergeben, dass die Verteilung körperlicher Gewalt im Nahbereich, d.h. dort, wo Menschen dauerhaft zusammenleben, etwa gleich häufig von Frauen und Männern ausgeübt wird. So wurde in einer Broschüre zum Leben älterer Menschen bereits 1992 vom Niedersächsischen kriminologischen Institut festgestellt, dass die Verteilung der körperlichen Gewalt zwischen den Geschlechtern annähernd gleich groß ist.

In einer jüngeren Forschung, die von Prof. Dr. Gerhard Amendt vom Bremer Institut für Geschlechterforschung durchgeführt wurde, zeigte sich, dass Gewalt in Trennungsphasen üblich ist und die Mehrzahl der körperlichen Gewalttaten von Frauen inszeniert wurden. Die Berliner Polizei veröffentlicht Zahlen über Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei der der Anteil der schlagenden Frauen mit 28 % angegeben wird.

Allein aus diesen wenigen Informationen ist abzuleiten, dass häusliche Gewalt, die körperliche Angriffe im Erwachsenenbereich betrifft, kein Delikt ist, dass einseitig von Männern gegen Frauen ausgeübt wird, sondern dass vor allem auch Frauen gegen Männer zum Teil nicht unerhebliche Gewalt dieser Art ausüben.

Gewalt gegen Kinder ist dagegen ein typisch weibliches Delikt, wobei der Schwerpunkt der Übergriffe durch Überforderung alleinerziehender Mütter ausgelöst wird, was bis hin zu Todesfolgen durch Gewalteinwirkung oder Vernachlässigung erfolgt. Die Zahlen der getöteten Kinder beläuft sich auf etwa 100 Kinder jährlich.

Hier soll aber nicht aufgerechnet werden. Wenn jedoch der Begriff "häusliche Gewalt" benannt wird und dabei der Begriff auch auf die psychische Gewalt ausgedehnt wird, ist insbesondere in und nach der Trennungsphase festzustellen, dass sie überwiegend die Männer, vor allem die Väter trifft.

Zu nennen ist der Entzug der Kinder, nicht gerechtfertigte Unterhaltszahlungen, falsche Beschuldigungen wie der sexuelle Missbrauchsvorwurf, die angebliche Bedrohung oder Gewaltanwendung, die Vorwürfe, alkohol- oder drogenabhängig zu sein, die systematische Zerstörung der Arbeitsfähigkeit, der Gesundheit und der Psyche, ebenso wie die Vernichtung der Firmen.

Diese Gewaltformen sind nicht aufgrund von Affekthandlungen entstanden, sondern oft eine jahrelange Durchführung von Ketten psychischer Druckausübung, die von behördlichen Institutionen unterstützt werden, weil die Behauptung "Väter sind Täter" – wie ein Buchtitel aus den siebziger Jahren verkündete – das gesamte behördliche Handeln in diesem Bereich beherrscht und die scheinbar neutralen Gesetze dazu deshalb geschaffen wurden, um allein Frauen einen Schutz zu gewähren, der bereits bei unbewiesenen Behauptungen greift und die Männer aus ihren Wohnungen vertreiben lässt, ihnen die Kinder entzieht und sie sogar der Freiheit beraubt.

Wenn ein solcher Vorwurf erhoben wird, steht den Frauen sofort ein riesiges, engmaschiges Netz zur Verfügung, mit denen die Männer, vor allem Väter, aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt werden.

Diese Einseitigkeit ist nicht hinzunehmen. Für Frauen gibt es seit Jahrzehnten Frauenhäuser, die die Frauen allein bei der Behauptung geschlagen worden zu sein, aufsuchen können und dort jede Unterstützung und Beratung bis hin zur Kindesentziehung und lebenslangem Unterhalt durch die Männer oder die Allgemeinheit erhalten, während Männern eine solche Fluchtmöglichkeit und Hilfeleistung nicht zur Verfügung steht. Nur in ganz kleinem Rahmen gibt es bisher in Berlin und in Oldenburg eine solche Möglichkeit für Männer und Kinder, die jedoch keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten, so dass sie als Schutzhäuser auf Zeit anzusehen sind.

Mit dem Gewaltschutzhaus Neuhausen soll ein neuer Weg eingeschlagen werden. Gewalt ist zu ächten, gleichgültig von wem sie ausgeübt wird. Deshalb ist dieses Haus offen für Männer, Frauen und Kinder, die von physischer und psychischer Gewalt betroffen oder bedroht sind. Es soll denen, die Gewalt ausgesetzt sind, als kurzzeitige Unterkunft dienen, in der sie ihre Probleme abladen können und die Hilfe und Unterstützung erhalten, die ihnen ein künftiges gewaltfreies Leben ermöglicht. Die Mitarbeiter dieses Hauses werden dabei den Weg der Vermittlung einschlagen, d.h. sich mit den Personen und Institutionen zusammensetzen, mit denen die aufgenommenen Personen die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben oder hatten, um für künftige Zeiten Lösungen zu erarbeiten, die derartige Gewalt verhindert. Dazu wird die Zusammenarbeit mit den Stellen gesucht, die als professionelle Einrichtungen für die behördlichen Regelungen zuständig sind.

Es ist zu hoffen, dass diese Arbeit finanziell unterstützt wird, da aus eigenen Mitteln dieser Aufwand nicht zu leisten ist. Dabei ist die "Kind-Vater-Mutter-Begegnungsstätte Neuhausen" vor allem auch auf Spenden aus der Bevölkerung und von Firmen angewiesen. Nicht der Gegensatz und die Feindschaft wird in diesem Haus gelebt, sondern es werden Möglichkeiten geschaffen, ausgleichend zu wirken und eine gewaltfreie Zukunft angestrebt.

Horst Schmeil, Diplom-Pädagoge

 

 

 

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